Die Feministische Revolution der Selbstfürsorge: Warum Selbstliebe ein Akt des Widerstands ist
- 27. Feb. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 27. Aug. 2025
Weißt du was? Selbstfürsorge ist politisch – und zutiefst feministisch!
Wenn ich an meinen eigenen Weg denke, wird mir immer wieder klar, wie sehr Selbstfürsorge ein politischer Akt ist. Ich erinnere mich noch genau an die Zeiten, in denen ich versucht habe, es allen recht zu machen – im Job, in Beziehungen, im Familien- oder Freundeskreis. Meine eigenen Bedürfnisse habe ich oft ganz nach hinten gestellt. Erst als ich begann, mir bewusst Raum für mich selbst zu nehmen, habe ich verstanden: Selbstfürsorge ist kein Luxus. Sie ist Selbstbestimmung. Sie ist Rebellion. Sie ist feministisch.
Selbstfürsorge bedeutet für mich, das Private als politisch zu begreifen. In einer Gesellschaft, die uns – vor allem FLINTA*-Personen – immer wieder vermittelt, dass wir funktionieren, anpassen und leisten müssen, ist es ein radikaler Akt, sich selbst wichtig zu nehmen. Indem wir auf unsere eigenen Bedürfnisse hören und uns nicht länger ausschließlich um andere kümmern, durchbrechen wir diese tief verankerten Strukturen. Wir schaffen uns einen neuen, selbstbestimmten Raum.
Ich sehe immer wieder in meinen Coachings, wie tief dieses Muster in uns sitzt. Viele meiner Klient:innen erzählen mir, dass sie sich schuldig fühlen, wenn sie sich Zeit für sich selbst nehmen – als müssten sie sich dafür rechtfertigen, Pausen zu machen oder „Nein“ zu sagen. Ich kenne dieses Gefühl gut. Und genau deshalb ist es so wichtig, den Blick zu verändern: Selbstfürsorge ist kein Egoismus, sie ist ein Akt der Selbstachtung.
Was mich besonders berührt, ist, wie viel Kraft entsteht, wenn Selbstfürsorge mit Selbstliebe verbunden wird. Es geht nicht nur darum, Routinen zu entwickeln oder sich Auszeiten zu nehmen – es geht darum, anzuerkennen, dass du wertvoll bist, so wie du bist. Ich habe gelernt, dass innere Stärke wächst, wenn wir uns selbst mit Freundlichkeit und Geduld begegnen. Mit dieser Haltung wird Selbstfürsorge zu einem Werkzeug der Emanzipation: Du befreist dich Stück für Stück von gesellschaftlichen Erwartungen und kannst dein Leben nach deinen eigenen Vorstellungen gestalten.
Manchmal fühlt es sich an, als würden wir gegen den Strom schwimmen. In einer Welt, die uns ständig zur Anpassung drängt, ist es eine kleine Rebellion, Nein zu sagen, Grenzen zu setzen und sich selbst ernst zu nehmen. Ich erlebe diese Rebellion als etwas unglaublich Kraftvolles. Sie bedeutet, nicht mehr die Rolle einzunehmen, die uns zugeschrieben wird, sondern selbst zu definieren, wer wir sind und wie wir leben wollen.
Und doch: Selbstfürsorge ist nicht nur individuell. Sie wird noch kraftvoller, wenn wir sie gemeinschaftlich denken. In meinen Workshops sehe ich immer wieder, wie verbindend es ist, in einem Raum zu sein, in dem andere ähnliche Erfahrungen teilen. Wir heilen nicht nur allein, sondern auch zusammen. Diese kollektive Dimension ist ein wesentlicher Teil feministischer Selbstfürsorge. Sie schafft sichere Räume, in denen wir einander bestärken, unterstützen und ermutigen.
Für mich bedeutet das auch, meine Arbeit bewusst queer- und diskriminierungssensibel zu gestalten. Ich möchte Räume schaffen, in denen alle Facetten deiner Identität Platz haben – ohne Angst vor Bewertung oder Abwertung. Selbstfürsorge ist nur dann möglich, wenn du dich sicher fühlst und du dich in deiner ganzen Person gesehen weißt.
Selbstfürsorge ist also viel mehr als eine kleine Pause im Alltag oder eine schöne Morgenroutine. Sie ist ein Weg, Verantwortung für dich selbst zu übernehmen und deine eigene Geschichte zu schreiben. Sie ist der erste Schritt hin zu einem selbstbestimmten Leben – einem Leben, in dem du deine Bedürfnisse nicht mehr hinten anstellst, sondern sie als genauso wichtig betrachtest wie die der Menschen um dich herum.
Ich weiß, wie herausfordernd dieser Weg manchmal sein kann. Aber ich weiß auch, wie unglaublich befreiend er ist. Und ich begleite dich gerne dabei. Denn du verdienst es, in deiner eigenen Stärke zu stehen – ohne Schuldgefühle, ohne Rechtfertigung, aber mit ganz viel Mut und Selbstliebe.
Bist du bereit, deinen eigenen Raum zu gestalten und dein Leben in die Hand zu nehmen? Dann lass uns gemeinsam losgehen.

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